Sonntag, 7. März 2021, 09:30 Uhr

Ein Wort zum Sonntag Oculi 2021 –

statt eines Gottesdienstes

 

„Meine Augen sehen stets auf den Herrn.“ (Psalm 25 Vers 15)                           

(„Oculi“ ist lateinisch und heißt übersetzt „Augen“.)

 

Wenn Eiskunstläufer Pirouetten drehen möchten, brauchen sie einen festen Fokus, auf dem ihre Augen ruhen können. Sonst verlieren sie die Orientierung und ihnen wird schwindlig. Das geht uns im Leben genau so. Wir brauchen einen festen Fokus, auf dem unsere Augen ruhen können, unsere äußeren und vor allem unsere inneren Augen, um uns zu orientieren. Denn manchmal dreht sich unser Leben so schnell, dass uns fast schwindlig wird. Wenn es sich zum Beispiel sehr stark verändert, durch eine Krankheit oder einen Schicksalsschlag, oder weil eine Pandemie unsere gesamte Lebensweise über den Haufen wirft. Wo oder wer ist dann unser Fokus?

Der Psalmbeter hat seinen Fokus in Gott gefunden. Auf ihn blickt er, auf Gottes Liebe und Zuwendung, auf seine Treue und Verlässlichkeit, auf seinen Trost und seine Hilfe. Und vermutlich erinnert er sich an seine Erfahrungen mit Gott, wann und wo und wie Gott in seinem Leben präsent war, einen guten und heilsamen Unterschied gemacht hat.

An welche Erfahrungen mit Gott erinnern wir uns? Manchmal wird es uns ja auch erst im Nachhinein deutlich, dass und wie Gott in einer Situation für uns da war.

Und sicherlich erinnert der Psalmbeter sich auch daran, dass sein Fokus auf Gott keine Einbahnstraße ist. Seine Augen ruhen auf Gott, und umgekehrt ruhen Gottes Augen genau so auf ihm. Genau genommen sogar zuerst.

Und auf uns. Seine Augen ruhen auf jeder und jedem von uns, aufmerksam und achtsam, liebevoll behütend und aufmunternd zuzwinkernd, großzügig und gütig, in jedem Augenblick. Ein ständiger Blickkontakt, der uns hält und trägt, beruhigt und erdet, vergewissert und stärkt, uns eine Perspektive und einen Weg zeigt, uns ermutigt und beflügelt.

Meine Augen sehen stets auf Gott, und Gottes Augen sehen stets auf mich.

 

Ich grüße Sie sehr herzlich zum Sonntag Oculi!

Ihre Pfarrerin Valeska Basse

Alt-Schmargendorf: Ein Wort statt eines Gottesdienstes
Mitwirkende
Pfarrerin Basse
Ort Breite Straße 38, 14199 Berlin